Ich bin Arm und mir geht es gut dabei!
Ein kurzer Bericht bei 1Live vorhin hat mich mal wieder ein klein wenig aufgeregt.
In Dortmund leben wohl NRW-Weit die Meisten Menschen unter der Armutsgrenze.
Laut unserem Bundesarbeitsminister heißt Arm:
Arm ist, so definiert es die EU, wer als Alleinlebender weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verdient, also 781 Euro netto
Damit gelte ich mit einem Monatseinkommen von ca. 500€ als Arm. Jedesmal, wenn ich das höre, dass ich angeblich Arm sein soll könnte ich die Pimpanellen bekommen.
Meine Definition von Arm kommt übrigens folgendem näher:
Mangelversorgung mit materiellen Gütern und Dienstleistungen.
Und das ist bei mir nicht der Fall.
Warum muss ich mich als Arm betitulieren lassen? Ich habe ein prima Leben. Und ich bin bei Leibe kein Pfennigfuchser oder Angebotsjäger.
Das einzige was ich versuche, um finanziell kein Geld aus dem Fenster zu werfen, ist unnötige Ausgaben zu minimieren. Beim Lebensmitteleinkauf so wenig wie möglich wegwerfen zu müssen. Oder man Stelle sich vor ich würde wie viele andere Deutsche rauchen und den Tabakkonzernen Geld in den Rachen werfen. (Ich weiß, der Großteil der Zigarettenkosten sind Steuern, aber die zahle ich ja an den Statt (also mich) und der gibt die dann ja auch wieder für mich aus!)
Dazu eine kleine Rechnung:
10 Zigaretten pro Tag = 3650 Zigaretten pro Jahr = ca 850€ Pro Jahr bei 4€ pro Schachtel(17St)
Wenn ich wollte, dann könnte ich mir das im leisten, will ich aber irgendwie nicht.
Okay… man muss dazusagen, dass ich Student bin und somit zu einigen Vergünstigungen komme. Aber so viele, wie man als Außenstehender denkt, sind das auch nicht. Meine Studentenwohnung würde in der Größe und Ausstattung (WG mit anteilig 25qm Wohnfläche) woanders dasselbe kosten, wie im Studentenwohnheim.
Die Einzigen Vergünstigungen die wirklich bei Studenten einzuwänden wären sind Zuschüsse zum Mensaessen (wenn man in der Mensa isst) und das Bus und Bahnticket für umgerechnet keine 400€ im Jahr. Da kostet ein vernünftiges vergleichbares Ticket hier in Dortmund locker 1000€ im Jahr.
Sagen wir ich spare durch Vergünstigungen, weil ich Student bin, um die 1000€ pro Jahr. also knapp 85€ im Monat. Dann bin ich mit 585€ Monatseinkommen immer noch Arm. Leider muss ich diese 1000€ aber auch schon wieder als Studiengebühren im jahr abdrücken.
So ein Mist ;-)
Und zum Schluß noch ein bischen Wahlkampf ;-)
Die Partei die Linke hat in ihren Wahlprogramm stehen, dass sie die Stuern um zich Milliarden anheben wollen um damit die Aufstockung der HartzIV Bezüge anzuheben, weil man von HarzIV nicht leben könnte.
Da kann man einfach nur noch mit dem Kopf schütteln. Soll man denn eigentlich von HarzIV leben? Ist das nicht eigentlich ein Übergangsgeld, bis man wieder in Arbeit ist? Irgendwo muss doch auch eine finazieller Anreiz sein überhaupt zu arbeiten, oder?
Wenn ich mir das so überlege, dann könnte ich einfach ewig Student bleiben. Ich habe meinen Minijob, mein Einkommen wie es ist und lebe ein wunderbares Leben. Warum denn Arbeiten? :-)
Schließen möchte ich diesen Blogpost dann mit einem Zitat von John F Kennedy:
Frage nicht, was der Staat für dich tut, sondern was du für deinen Staat tuen kanst






man sollte sich nichts vormachen. 781€ sind nicht viel, wenn man davon monat um monat leben muss.
schließlich will man nicht immer auf dem selben niveau leben, wie als student.
Was heißt denn Niveau, wie als Student?
Leute was stellt ihr euch vor? Ich habe jeden Tag zu essen, kann mir kleidung kaufen, habe allen möglichen Elektro Kram, kann ab und zu mal essen gehen, was sollte ich denn mehr wollen?
hey, das sollte nicht disqualifizierend sein. genauso habe ich meine situation als student auch betrachtet.
ich habe inzwischen allerdings gelernt, dass es nicht so bleibt. vielleicht nur als kleine anhaltspunkte: auto? theather? partys? freunde zum essen einladen? möbel? ALTERSVORSORGE?
man gewöhnt sich einfach schnell an neue lebensumstände und passt sich an. und ebenso trägt das umfeld dazu bei, was man für ansprüche stellt.
meine erfahrung ist, dass das umfeld sich ebenfalls steigert, was einkommen und konsum angeht. und auf einmal fühlt man sich selbst arm.
daher kommt ja auch der relative armutsbegriff, der oben angeführt wurde.
Okay…. ich habe nicht so nen Luxus wie ein Auto, Urlaube etc….. die könnte man sich von so einem Einkommen nicht leisten. Das stimmt…. aber irgendeine Steigerung des Lebensstandart als Anreiz Bildung und gute Jobs zu ergattern muss ja auch da sein, oder?
Ja klar, es gibt immer eine Steigerung der eigenen Lebensumstände.
Aber ich finde es nicht richtig, dass man so viele Leute in Deustchland als Arm bezeichnet.
Solche, die Obdachlos sind, oder kein Geld für essen haben und zu den Tafel und Suppenküchen gehen müssen.
DIE sind arm. Und nicht jemand der mehr als 7000€ Jahreseinkommen hat (als Alleinstehender)
Bei Familien sieht die Ganze Thematik natürlich auch noch etwas anders aus.
Ich mag es auch halt einfach nicht, wenn Leute danach schreiben, dass man die Sozialleistungen wie ALG etc. anheben soll, weil man davon NUR Wohung, (Auto), Essen, Kleidung, Telekominikation, Medien, etc. und halt keine Partys, Möbel, Altersvorsorge, Essen gehen bezahlen kann.
ok, wir sind uns also wohl insofern einig, dass man schon irgendwann das lebensniveau steigern möchte.
diese menschen als arm zu stigmatisieren ist die eine seite, die andere seite ist, dass ihnen eben viel gesellschaftliches leben vorenthalten wird. man geht eben nicht ohne den entsprechenden anzug ins theater, man zeigt seinem netzwerk ungern, dass man nicht mithalten kann.
also fliegt man raus. das passiert leider viel öfter als man denkt.
und warum sollte man die sozialleistungen nicht anheben? warum sollten diese leute keine partys feiern, möbel kaufen und sich eine anständige altersvorsorge anlegen dürfen?
man darf die augen nicht davor verschliessen, dass unser solidarsystem menschen in armut leben lässt.
naja, tut es ja nicht. man darf nicht vergessen, dass jemand der hartz4 bezieht nicht arm ist. so jemand lebt in “bekämpfter armut”. so heißt es tatsächlich.
[ironie]
Stimmt… ich sollte einfach die Linken wählen und das Leben wird viel einfacher :-D
Dann kann ich bald ohne Arbeiten zu müssen nicht nur Wohnung, Essen und Kleidung, sondern auch Anzüge, Theather und Altersvorsorge bezahlen.
DAS ist doch die Idee! Warum komm ich da jetzt erst drauf.
:-)
[/ironie]
wäre nicht prima? ich empfehle mal das buch “kritik der ökonomischen vernunft” von andre gorz.
ist sehr unterhaltsam und zeigt auch auf, dass es anders gehen könnte.
was wäre schlecht daran, wenn du anderen dingen nachgehen könntest, als einen job zu machen, auf den du evtl keine lust hast oder der dich nicht befriedigt.
unser system zwingt zur arbeit (ACHTUNG, ich meine nicht zwangsarbeit). ohne arbeit geht es nicht. aber es gibt modelle, in denen das gehen würde. zumindest mit weniger arbeit. allerdings muss dafür grundlegend umgedacht werden.
ich gehe dabei auch davon aus, dass der mensch nicht faul rumliegt, sondern sehr wohl dinge tut. aber aus anderen gründen, wenn ich oft höre, wie sich viele menschen über ihren job äußern.
weiterhin empfehlenswert, so als netzmensch: http://podcast.9to5.wirnennenesarbeit.de/ und dort den podcast mit dem namen: 9to5-20070825-2206-halle-neue_arbeit-neue_kultur.mp3
Die APPD hat dazu auch nen schönes Konzept :-D
http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchistische_Pogo-Partei_Deutschlands
naja, darüber braucht man nicht reden, oder? alternativ zu den beiden oben genannten angaben: http://www.grundeinkommen.de
übrigens auch schon in diversen modellen mal testweise praktiziert worden. ERFOLGREICH!!!
Hallo Marc
Ein Modell ist keine Praxis und theoretisch funktioniert der Sozialismus auch.
Ich bin auch Student und lebe von ca 500 €. Mit 200€ Mehr im Monat könnte ich mir wahrscheinlich ein Auto leisten und würde immer noch als Arm gelten.
Ich denke das in Deutschland auf einem zu hohem Nivou gemeckert wird.
Natürlich will jeder mehr. Aber es stellt sich meistens für mich die Frage soll der Staat das bezahlen oder soll der betreffende sich selber bemühen?
Ich bin z.B. der Meinung : Wer Arbeitslosengeld bekommt und arbeiten kann der soll für sein Arbeitslosengeld beim Staat arbeiten! Von den Einsparungen könnte man dann den Arbeitslosenbeitrag senken. Und schwupp ist jeder vor die Wahl gestellt ob man beim Staat oder in der Wirtschaft arbeitet.(Wird auch in Modellversuchen erfolgreich getestet.)
Der Nachteil bei einem Grundeinkommen ist das sich wahrscheinlich viele gegen das Arbeiten entscheiden würden. Spätestens ab da wird der Staat ein Finanzierungsproblem bekommen.
Gruß
NKB
Jetzt mal ohne Scheiß, ich könnte von 500€ nicht leben, die billigste Wohnung hier in Berlin kostet 300€ warm, strom+gas+gez sind sicherlich noch mal 50€. 150€ essen und schon ist die Kohle alle.
Kein Internet, kein weggehen, keine Zusatzversicherungen, keine Altervorsorge kein Telefon.
Wenn man also nicht gerade in einer WG oder bei den Eltern lebt, sind 500€ definitiv zu wenig für ein selbstständiges Leben.
Achso, ich habe die Monatsmarke für 60€ im Monat vergessen…
Gut machen wa 600 € raus.
Aber warum sollte ich für Leute 600 € bezahlen die nicht arbeiten möchten.
Ich weiß mensch muss immer unterscheiden .
1. Leute die nicht arbeiten wollen und den meinen der Staat sorgt wohl für mich.
2.Leute die nicht arbeiten können.
3. Leute die gerade (meinetwegen bis 6 Monaten arbeitslos geworden sind.
Meine Meinung ist aber das wir als Gesellschaft die 1. Gruppe, wenn nötig und wenn die Leute willig sind sich zu ändern, zu unterstüzen.
Die Leute aus der 2. Gruppe zu unterstützen weil sie meistens schlecht dran sind.
Und den Leute aus der 3. Gruppe mal klar machen sollten das nach einer bestimmten Zeit, ohne Arbeit, sie ihre Ansichten über angemessene Arbeit überdenken sollten.
Trotzdem denke ich nicht das der Staat Sozialzahlungen immer ohne Gegenleistung tätigen sollte.
@ Gilly
Sicherlich gibt es da Unterschiede ob ich in München oder in ner Kleinstadt lebe. Aber ich finde es sollte sich für jeden rentierten zu arbeiten, und nicht zu sagen: Och wenn ich jetzt da Arbeite bekomm ich statt 600€ 700€. Da währe ich ja schön blöd 20h die Woche zu arbeiten.
Die Zahlen sind nur nen Beispiel.
Ich denke aber auch das es in Berlin einen Sozialen Wohnungsbau gibt wo Mensch Wohnungen unter 300€ bekommt. Vor alledem wenn man sich mit 3 Leuten (wie ich) 80 m² teilt.
Gruß
NKB
PS.: Is spät und ich hab schon 5-6 Bier drin :-)
Mal ehrlich “wer arbeiten kann soll arbeiten gehen”. Wo lebt ihr denn? Was ist mit denen die arbeiten wollen aber nicht können, weil sie keiner mehr einstellt?
Die Leute müssen wohl oder übel von Hartz4 leben.
Ich kann dir gerne 2 Beispiele aufführen. Mein Vater ist nun 62. Hatte viele Jahre hier bei der stationierten Englischen und Amerikanischen Armee als Fahrer gearbeitet (Medikamente herumgefahren usw). Als diese dann abgezogen wurden, verlor er seinen Job. Damals war er schon ziemlich alt und das Fernfahrerleben vertrug sich nicht mit dem Familienleben. Vom Arbeitsamt bekam er Umschulungen in Berufen die überfüllt waren.
Die letzten Jahre war er einfach zu alt und niemand wollte ihn einstellen. Für Rente war er noch zu jung und zu gesund. Jetzt schlägt er sich mit den paar Kröten rum, musste seine Ansprüche auf das niedrigste runterschrauben, weils nicht anders geht und es tut ihm in der Seele weg seinen Enkeln nicht mal was schönes kaufen zu können.
Mein Freund hingegen hat einen festen Job, arbeitet aber soviel (6 Tage Woche, volle Arbeitszeiten) dass er nichtmal Zeit hätte, das Geld was er verdient auszugeben. Nach Feierabend fällt er nur noch fast tot ins Bett und wenn er mal frei hat, ists Sonntag, wo man nicht viel machen kann. Wo ist da Erholungszeitraum, Freizeit, Hobby, Leben?
Sind das beides Zustände mit denen man leben sollte oder will? Ich denke wohl kaum. Aber genauso sieht es aus.
Du kannst deine Situation sicherlich nicht als Ausgangspunkt der allgemeinen finanziellen Situation der Deutschen sehen, oder als Lebemodell.
Das richtige Leben ist nun mal teurer, als das eines Studenten. Und wer will in seinem Leben nur studieren und dann vielleicht sogar die Studienplätze für die nachrückende Generation besetzen?
Leute ihr wollt mir doch nicht sagen, dass wenn ihr nur 500-600€ habt ihr euch eine Wohnung für 300€ leistet?
Dann würde ich mir doch eine Stadt oder einen Stadtteil suchen wo es günstigere Wohnungen gibt oder ich würde zusammen mit anderen eine Wohnung teilen. (Lebenspartner, Freunde, Famile oder zur Not auch Fremde)
Da fängt die Sache mit den Falschen Ansprüchen meiner Meinung nach schon an, wenn jemand behauptet es gäbe keine Wohnungen für unter 300€
@Ricarda: Schöner Kommentar, danke!
Klar ist es im Leben nicht immer so einfach, dass ein allgemeines Modell auf jeden zutrifft. Menschen sind nun mal individuell Verschieden.
Natürlich kann es passieren, dass jemand wirklich schlechte Chancen hat, vorallem, wenn der Körper und die Gesundheit nicht mehr mitspielt, dann wird es eng.
Aber ich bestreite wehement, dass es in Deutschland keine Arbeit gibt.
Ich kenne ettliche Beispiele, jetzt zum Beispiel ganz aktut eines in einem Betrieb, der 1-2 Vollzeitkräfte gesucht hat, die keine Qualifikationen vorraussetzt. Es sollen Lediglich Autos auseinander geschraubt werden und weitere Hilfsarbeiten gemacht werden, die lediglich gesunden Menschenverstand und Punktlichkeit vorraussetzen.
Nach 2 Monaten, 30 Bewerbern vom Arbeitsamt, ettlichen Gesprächen und Probearbeiten wurde KEINER gefunden, der diese Arbeit vernünftig machen konnte.
Wenn man von Arbeitgebern solche Geschichten höhrt (und ich habe nichtmal die lustigen oder besser gesagt erschreckenden Details genannt), dann beginnt man daran zu Zweifeln, dass Aussagen wie “der findet doch in dem Alter ohne Ausbildung eh keinen Job mehr” zutreffen, oder ob das Sprüche sind und sich selbst zu belügen.
Viele Leute die Arbeitslos sind unterschätzen, was sie als “Ware” anzubieten haben.
Ihre Arbeitskraft. Viele mögen keine 20 mehr sein und auch keine Ausbildungen haben. Trotzdem besitzen Sie Qualitäten wie Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Handwerkliches Geschick, Gesunden Menschenverstand, …
Wer das erkennt und das zu verkaufen weiß findet innerhalb von einem Jahr ganz sicher einen Job wo er wesentlich mehr verdient als in Sozialleistungen.
Wer das nicht hat, tja, das ist natürlich doof, aber wir leben ja nun mal (glücklicher Weise) im Kapitalismus, wo der der viel Kann und gut in Dingen ist dafür belohnt wird.
Und wenn es der 6te Job ist, den man ausprobiert, weil man die 5 davor nicht länger machen konnte, durfte oder wollte.
Und damit will ich das Thema von meiner Seite auch beenden ;-)
Irgendwie macht das Schreiben über sowas depressiv :-)
Meine These nach der ganzen Diskussion:
Man kann mit wenig Geld 600€/M leben. Und dabei auch Glücklich sein und sich wohl fühlen. Auch über längere Zeiträume.
Wer mehr Geld braucht, der muss dafür Arbeiten. Aber einen Anspruch auf soviel Geld, dass man ohne Sorgen davon sehr gut Leben kann (mit Urlaub, Auto, Altersversorgung, …) darauf hat man keinen Grundsätzlichen Anspruch.
PS: Wer eh am Existenzminimum lebt und das sein Ganzes Leben vorhat, der braucht übrigens auch keine Altersversorgung, ist mir gerade mal eingefallen :-)
Das macht mir gerade Mut fürs Alter :-D
Naja, wir reden ja hier von “Leben” und nicht “vor sich hinsiechen in einem Hochhausblock”…
Ich habe bis vor 2 Jahren in einem Unternehmen gearbeitet (Callcenter Inbound), wo die Mitarbeiter mit 980€ Netto nach Hause gegangen sind. Das ist weniger als der Hartz IV Satz! Diesen Menschen hätte man jeden Morgen am Empfang die Hand schütteln müssen und sich dafür bedanken müssen, dass sie arbeiten kommen, statt zu Hause zu hocken und Geld vom Staat kassieren.
Mit langzeitarbeitslosen, die einfach nicht willig sind die vorgeschlagenen Jobs anzunehmen würde ich wie folgt verfahren:
1. Es gibt keinen Cent Bargeld mehr
2. Miete/Strom etc werden vom Staat direkt an den Vermieter bezahlt
3. Lebensmittelgutscheine für eine außgewogene Ernährung
4. Gutscheine für Kleidung Second Hand
5. Jobsuche (Internet!) Direkt im Arbeitsamt
6. Keine Ratenzahlungen bei Quelle und co! (um die Schuldenfalle zu vermieden)
Was meint Ihr, wie schnell die Leute sich nen Job suchen, wenn Sie sich gar nix mehr kaufen können, bzw keine Zigaretten mehr leisten können!
Dann bin ich außerdem der Meinung, dass Deutschland die bezahlten Arbeitslosen einfach dafür nutzen sollte, in Fabriken wieder günstiger produzieren zu können. Textilfabriken etc… da gibt es genug was man sich aus China zurückholen könnte!
@Ricarda: “Vom Arbeitsamt bekam er Umschulungen in Berufen die überfüllt waren.” Jup, das ist typisch für die…
@geby Tolle Idee! Ich bin arbeitslos, habe kaum Geld und ziehe dann auch noch aus meinem sozialen Umfeld weg!? Alkoholismus ist vorprogrammiert!
@Gilly: Okay… so funktioniert die Marktwirtschaft ja nunmal auch nicht ;-) Der Staat kann nicht einfach anfang Billiglohnfabriken in Deutschland aufzumachen.
Zu dem mit dem Callcenter, was du gesagt hast geb ich dir aber Recht. Wenn hier bei uns im Land jemand arbeitet, dann gehört er auch ordentlich bezahlt. Punkt.
Ein Mindestlohn hätte zwar Volkswirtschaftliche Nachteile und Würde unsere Wirtschaft schwer schaden, wenn er zu hoch angesetzt würde, aber grundsätzlich würde er helfen den sozialen Frieden zu sichern. Das kann einem durchaus schon mal ein Paar Promille oder Prozent Wirtschaftsleistung Wert sein.
Ich wäre stark dafür!
Mindestlohn = ganz einfach 100-200€ über dem HartIV Satz, aber nicht 1500€ netto…
Und warum kann der Staat nicht Billiglohnfabriken aufmachen bzw. seine Mitarbeiter günstig an Unternehmen abgeben?
Die Zeiten sind vorbei, in denen Deutschland zu den Spitzen-Forschungsländern gehört. Wir müssen wieder anfangen “richtig” zu arbeiten. Beim heutigen Arbeitsschutz muss auch niemand Angst haben, dass er sich zu tode arbeiten muss.
Mal Butter bei die Fisch: Die fetten Jahre sind vorbei! Gewerkschaften, Misswirtschaft und beschissene Politik (von allen Parteien!) haben dieses Land runtergewirtschaftet.
Na komm so schlimm steht es um unser Land auch nicht…. wir jammern halt auf hohem Nivou.
Die Zeiten wo der Staat die Wirtschaft war sind Gott sei dank auf deutschem Boden vorbei.
Der Staat hat die Wirtschaftlichen Grenzen und regeln zu definieren. Und er hat hin und wieder regulierend einzugreifen, um großen Schaden abzuweden, aber er sollte nicht als Unternehmer auftreten und sich in den Markt einmischen.
DAS MUSS SCHIEFGEHEN! Aber das ist meine Kapitalistisch geprägte Grundeinstellung, die mich sowas behaupten lässt.
Ähem? Jammern auf hohem Niveau? Im Vergelich zu was? Afrika? Da muss man dir recht geben, aber wenn ich mal 20 Jahre zurückschaue, sah es in Deutschland ganz anders aus… #Gesundheitswesen #Arbeitsmarkt #Forschung etc…
Wie wäre es denn, wenn wir es mal sein lassen, für andere auf unsere Kosten Krieg zu spielen?
Wie wäre es, wenn wir keine Milliardensummen mehr ins Ausland pumpen?
Zum Thema Regulierung: Die Regulierungsbehörde ist in meinen Augen eine #Failbehörde… warum sonst sollte es möglich sein, dass zwei marode Unternehmen fusionieren um danach noch maroder zu sein -> Commerzbank-Dresdner Bank.
Warum erlaubt man solche schwachsinnigen Deals wie die von VW und Porsche?
Sie meisten Fusionen sind gut, weil Sie synergieeffekte ausnutzen.
Außerdem: “Früher war alles besser ;-) “
Hallo geby,
ich selbst bin auch Student, kenne deine Situation also. Doch ich kann mich mit deinen Vorstellungen so gar nicht anfreunden.
Erst einmal vergisst du bei deiner Rechnung mit 500 oder 600 € so einiges. Und von deinen Vergünstigungen als Student weißt du manchmal auch gar nichts. Wie bist du krankenversichert? Entweder familienversichert oder als Student mit einem Satz von vielleicht 50-60 € pro Monat. Für einen im Berufsleben oder auch Arbeitslosen kostet die Geschichte schonmal 100 € mehr! Dann hast du noch andere langfristige Versicherungen wie Haftpflicht, Hausrat, Lebensversicherung. Will alles gezahlt werden und würde ich nicht als “Luxus” betrachten (zumal die Haftpflicht ja gesetzlich vorgeschrieben ist).
Dann kommen noch regelmäßige Anschaffungen dazu, die nicht in einer Monatsrechnung auftauchen wie: Küchengeräte gehen kaputt (Mikrowelle, Wasserkocher etc.) oder ein Klepner muss gerufen werden (kostet nicht immer, wenn man Mitglied einer Wohnungsgesellschaft ist) oder oder oder. Sicher, das passiert nicht oft, aber es muss bedacht werden.
Zu der Wohnungssituation: Ich wohne in einer 4er-WG im Osten Deutschlands, habe eine Miete von rd 140 €. Vorher lebte ich in einer 2er-WG mit 250 €. Einraumwohnungen bekommt man hier ab 200 €. Aber 1. hat Gilly Recht, dass es nicht immer Wohnungen unter 300 € gibt. In München habe ich für 9 m² (+ Mitbenutzung von Bad und Küche) 220 € bezahlt! 2. Willst du also die Menschen, die arbeitslos sind, zwingen mit anderen Menschen zusammenzuziehen? Sollte man nicht selbst entscheiden dürfen, ob man allein oder mit anderen Menschen zusammen wohnt?
Noch ein letzter Punkt: Ich weiß nicht, was deine Hobbies sind, doch ich kann mir meine kaum leisten. Sicher sind sie nicht die Günstigsten (Musikproduktion und DJing), doch sollten die Menschen nur ihrem Job nachgehen und nichts nebenbei machen? Ich kann mir nicht einmal 1 Album pro Monat kaufen, weil die Singles, die ich als DJ kaufen muss, um aktuell zu bleiben, schon rund 50-60 € kosten. Und damit kaufe ich noch nicht einmal viel! Mehr kann ich einfach nicht ausgeben.
Ich würde mir keine Gesellschaft wünschen, in denen die Menschen keine Nebenbeschäftigungen haben. Diese wäre sehr sehr langweilig und auch geistig arm.
Haha, gerade gelesen. Was für ein super Absatz:
“Der Staat hat die Wirtschaftlichen Grenzen und regeln zu definieren. Und er hat hin und wieder regulierend einzugreifen, um großen Schaden abzuweden, aber er sollte nicht als Unternehmer auftreten und sich in den Markt einmischen.”
Achso, der Staat sollte also nur regulierend eingreifen, um großen Schaden abzuwenden. Sehr cool! Schau’ dir die aktuelle Situation mal an: Aktionäre, Großbanken, Groß- und Kleinunternehmer…so einige haben den Karren an die Wand gefahren. Nun soll der Staat also dort eingreifen, um den Leuten aus der Krise zu helfen. Aber ansonsten soll er ja die Finger weg lassen, weil er ja keine Ahnung hat.
Ich vergleiche das immer mit einer Freundschaft: Der eine ruft den anderen immer nur an, wenn er Geldprobleme hat und pumpt sich was. Aber zurückgeben tut er keins, wenn’s ihm gut geht. Das hat nicht unbedingt nur was mit Kapitalismus zu tun, sondern mit Egozentrismus, tut mir leid.
Der Steuerzahler wird nun nämlich in die Geiselhaft dafür genommen. Ist es fair, dass Unternehmen gerettet werden und der Steuerzahler dafür einspringen muss? Sicher können nicht alle Unternehmen, die gerettet werden, etwas dafür, dass sie Probleme haben. Vieles hängt auch mit platzenden Krediten und sinkender Nachfrage zusammen. Aber ist es sinnvoll, den Steuerzahler dafür zu belasten, der ja nunmal eine sinkende Nachfrage verursacht hat, weil er selbst kein Geld hat? Warum sollte er dann mit seinem nicht vorhandenen Geld ein Unternehmen retten? Wäre es dem Kapitalismus (der sich liberal versteht) nach nicht sinnvoller, die Marktmechanismen einfach laufen zu lassen und die Unternehmen untergehen zu lassen? So richtig scheinen einige ihren eigenen Kapitalismus nicht ernst zu nehmen und/oder nicht zu verstehen.
@Jakob
1. Haftpflicht ist nur für Autofahrer gesetzlich vorgeschrieben. Privathaftpflicht ist kein muss.
2. Übrigens denke ich auch, dass es zu spät ist, dass der Staat eingreift und das sämtliche Zahlungen an Kreditinstitute purer Schwachsinn waren. So ist Privatwirtschaft nun mal, es kann eben auch in die Hose gehen.
@Jakob: Okay… mit der Krankenversicherung da sprichst du was an, die habe ich tatsächlich vergessen dazuzurechnen, denn ich bin gesetzlich Familienversicher, damit stigt mein Einkommen also von 500 auf 600€ :-D
Die privat Haftpflicht ist NICHT gesetzlich vorgeschrieben, wie z.B eine KFZ-Haftpflicht, aber trotzdem ist das eine Wichtige Versicherung, genau wie eine Hausratversicherung, wenn bei einem im wohnheim alle 3 Wochen eingebrochen wird.
Desshalb habe ich solche Versicherungen natürlich und bezahle die auch von meinem Einkommen.
Und was interessiert es einen HarzIV Empfänger denn wie der Mietspiegel bei ihm ist?
Ich kenn mich da jetzt nicht soo aus, aber ich habem al gehört, die Wohnung wird bezahlt, vorraussetzung ist nur, dass Sie einem von der größe zusteht und im normalen Mietrahmen der Umgebung liegt.
Und jedem der seine Miete selber zahlen muss und dem Sie in München z.B zu hoch sind sollte da wegziehen. So würde ich es machen.
Nope, das ist nicht ganz richtig mit dem Mietspiegel, ein entfernter bekannter von mir hat in einem Appartment in einer sehr teuren Gegend (Dahlem) hier in Berlin gewohnt. 35m² 500€ warm. Das Amt hat hiervon glaube ich nur 380€ übernommen. Er musste auf jeden Fall umziehen.
Jakob, die globale Weltwirtschaft ist nunmal ein wenig komplizierter als das der normale Bürger glaubt.
Die Privatwirtschaft hat den Karren ja nur an die Wand gefahren, weil der Staat es ihm erlaubt hat das zu machen.
Da hat nicht nur die Wirtschaft und die Banken versagt sondern auhc der Stast, weil der nunmal dafür da ist einen Markt bereitzustellen, in dem das nicht passiert.
Das haben die Staaten ja auch erkannt und streiten um diese Einsicht ja nicht einmal. Die globale regulierung der Finanzmärkte schreitet nun vorran.
Nur wenn in Zukunft so eine Kriese wie die jetzige nicht mehr so leicht passieren kann, weil die Finanzen besser reguliert werden, dann wartet das nächste viel viel Schlimmere Monster, welches die nächste noch viel schlimmere Kriese verursachen wird.
Und das ist die Verschuldung fast aller Großen Wirtschaftsnationen auf der Wert. Aber bis das zu nem Problem wird haben wir noch ein paar Jahre.
hmmm..nachdem ich nun nochmal all die anderen kommentare verfolgt habe, sehe ich darin immer noch keine lösung, weder in den lobliedern auf den kapitalismus, noch in den repressiven maßnahmen die gilly vorgeschlagen hat.
Mit langzeitarbeitslosen, die einfach nicht willig sind die vorgeschlagenen Jobs anzunehmen würde ich wie folgt verfahren:
>1. Es gibt keinen Cent Bargeld mehr
>2. Miete/Strom etc werden vom Staat direkt an den >Vermieter bezahlt
>3. Lebensmittelgutscheine für eine außgewogene Ernährung
>4. Gutscheine für Kleidung Second Hand
>5. Jobsuche (Internet!) Direkt im Arbeitsamt
>6. Keine Ratenzahlungen bei Quelle und co! (um die >Schuldenfalle zu vermieden)
Wozu produziert die Wirtschaft eigentlich? Das ist eine grundlegende Frage, die dann stark die weitere Diskussion beeinflusst. Und m.E. produziert die Wirtschaft, um den Menschen mit Gütern/Dienstleistungen zu versorgen.
Derzeit geht man von Rationalisierungspotentialen in höhe von 60% der derzeitigen Arbeitskraft durch Technik aus.
Und warum haben Menschen schon immer Techniken entwickelt, die die Produktion/Erbringung von DL erleichtern?
Um Zeit zu haben für anderes. Wenn wir es in unserer Gesellschaft also schaffen könnten, dass wir die Menschen mit Gütern/Erbringung von DL versorgen und sie zugleich aus Arbeit freisetzen, damit Zei5t für “Tätigkeiten” (Hobbys, politisches Engagement, ehrenamtliche Arbeit…) bleibt, wo ist der Haken?
Warum wollt ihr euch gerne von einem Sachbearbeiter bei der ARGE blankmachen, nur noch Second-Hand-Kleidung tragen, nur noch ausgewählte Lebensmittel bekommen…??? Möchtet ihr so behandelt werden, nur weil jemand sagt: Hey, ich brauch dich nicht mehr. Genieß deine Freizeit?
>Warum wollt ihr euch gerne von einem Sachbearbeiter bei >der ARGE blankmachen, nur noch Second-Hand-Kleidung >tragen, nur noch ausgewählte Lebensmittel bekommen…??? >Möchtet ihr so behandelt werden, nur weil jemand sagt: >Hey, ich brauch dich nicht mehr. Genieß deine Freizeit?
Weil das besser ist als GAR nichts!
Der Bauer, der vor 100 Jahren gemisswirtschaftet hat, der hatte auch nichts zu essen.
@geby Full Ack!
@marc
“Warum wollt ihr euch gerne von einem Sachbearbeiter bei der ARGE blankmachen, nur noch Second-Hand-Kleidung tragen, nur noch ausgewählte Lebensmittel bekommen…???”
Mir ging es um Langzeitarbeitslose, die sich weigern Jobs anzunehmen.
Ok, zu der Haftpflicht gebe ich mich geschlagen. War ich wohl unterinformiert. Aber bisher hatte ich immer ein Auto (jetzt nicht mehr). ;)
Leider ist deine Einschätzung unserer Wirtschaftskrise ziemlich einfach, wie ich finde. Das klingt für mich nach folgendem Dialog:
A: “Warum machst du das?”
B: “Weil ich’s kann!”
;)
Natürlich ist der Staat dafür zuständig, dass gewisse Regulationen getroffen werden. Doch ein Unternehmen kann doch nicht einfach irgendwas machen, ohne zu bedenken, welche Folgen es haben könnte. Mögen die noch so komplex sein und vielleicht unüberschaubar: Wenn sie so unüberschaubar sind, lässt man es bleiben!
Wie auch immer, das ist nicht das Thema.
@geby: war das gut, dass der nichts zu essen hatte? wäre es nicht besser gewesen, er hätte etwas gehabt?
@gilly: vielleicht wirst du auch einmal langzeitarbeitslos?
ihr geht irgendwie davon aus, dass alle leute faul sind. mal ehrlich, wenn ihr jeden monat 1500 € bekommen würdet…einfach so…würdet ihr noch etwas tun?
meistens gibt es dazu 2 antworten: “ja, ich schon. aber die anderen doch nicht” oder “nöö, würde ich nicht.”
wenn eure antwort nummer 2 ist, was macht ihr stattdessen? – aber zumindest ist dann die vermutung, dass die langzeitarbeitslosen alle nur faul sind aus eigener erfahrung geprägt.
wenn ihr mit 1 geantwortet hättet, warum geht ihr davon aus, dass alle anderen so faul sind?
btw: ein grundeinkommen setzt keineswegs die marktwirtschaft ausser kraft. es sichert die darin lebenden nur auf hohem niveau ab und bietet eine grundlage zum leben.
man kann dann bspw. dinge tun, die man schon immer tun wollte. und die müssen nicht unproduktiv sein. bspw. kann man die dinge lernen, die derzeit im studium aussen vor bleiben, die einen aber interessieren. man hat dann die zeit dafür.
@Marc ich war nach meiner Ausbildung 1 Jahr Arbeitslos, ich wäre froh gewesen, wenn man mir mal irgend einen Job angeboten hätte, egal was!
Langzeitarbeitslos sein ist ja auch nichts schlimmes! Ich rede von den Arbeitsunwilligen! Von denen gibt es genug! Die Mutter meiner Verlobten arbeitet bei der Arbeitsagentur. Jeden tag bekommt Sie “Och nö, darauf habe ich keine Lust” auf Jobvorschläge für Langzeitarbeitslose zu hören… Was passiert? Ihnen wird das Geld für 1-3 Monate gesperrt -> Mietschulden -> Kredit vom Staat um Mietschulden begleichen zu können!
Ergo es gibt keine wirklich harten Sanktionen.
Nochmal: Ich rede nur von ARBEITSUNWILLIGEN Langzeitarbeitslosen!
Zur Wirtschaft:
Die Wirtschaft konnte es ja auch! Und Sie hat es getan!
Ob bewusst oder unbewusst ist es egal. Ob mit guten oder schlechten Absichten!
Schuld sind jedenfalls nicht nur die Unternehmen und Banken, sondern auch die Staaten.
@gilly: nunja, ich unterstelle einfach mal, dass du nicht schlecht ausgebildet bist. und da geht die arge davon aus, dass du selbst was findest und eine erste arbeitslosigkeit “normal” ist, wenn man gerade aus der ausbildung kommt.
wäre es denn dein wunsch gewesen, dass du erstmal drei fortbildungen machst? vielleicht davon noch zweimal diesselbet um anschliessend im park papier zu sammeln?
arbeitsunwillige arbeitslose? kenn ich nicht. noch nie gesehen. das, was ich oben beschrieben habe, dass sind die jobs, die sie ablehnen. und das verdammt nochmal zu recht.
wenn wir das papier in parks entfernen wollen, dann sollen wir auch dafür zahlen. dann findet sich auch wer.
wenn unsere wirtschaft arbeit belohnen würde, hätte wir viele der probleme nicht. aber das tut sie nicht.
@Marc Hä? Also in Berlin wird Papier aus dem Park von BSR Mitarbeitern entfernt, die dafür auch bezahlt werden!
Streng genommen wird ein Arbeitsloser ja schließlich auch bezahlt…
@gilly: das mit dem papier war nur ein beispiel für einen 1€-job.
1€ ist ja auch bezahlung. also alles gut? ich sehe das zumindest anders.
arbeitslose werden nicht bezahlt. sie erhalten transferleistungen als einkommen.
aber das denken gefällt mir. wofür werden sie denn bezahlt? ich habe mal von einer bewegung gelesen, die auch diese perspektive einnahm und es so betrachtete, dass sie dafür bezahlt werden, dass sie anderen ihren arbeitsplatz überlassen. nen netter gedanke
Ich wollte dir damit sagen, dass es die Jobs für meinen Vater gab, die ihn aber trotz Beruferfahrung nicht wollten, weil er zu alt war.
Zu alt zum arbeiten und zu jung und gesund um Rente zu bekommen.
Mein Vater ist als Langzeitarbeitsloser weiß Gott nicht faul, macht alles was die Arge ihm aufbrummt, auch wenn er nichts davon hat. Und verbiegt sich wie es geht. Fest anstellen will ihn trotzdem keiner, obwohl er die Qualifikation mitbringt.
Und solche Leute, die niemand mehr will, sollen dann noch weiter unterm Armensatz liegen? Weil sie zu alt für die Gesellschaft sind? Oder Leute die wegen Krankheit ihren Job verloren haben. Die bekommen auch erstmal Hartz4. Die sollen also direkt abgeschrieben werden?
Oder der Familienvater der seinen Job verloren hat und 400km weiter arbeiten soll, dafür entweder er alleine oder die komplette Familie umziehen muss, die schon in ihrer Heimat verwurzelt ist. Dann hat er den Job nichtmal sicher und muss vielleicht nach einem Jahr wieder umziehen.
Weißt du wieviele Familien an sowas kaputt gehen?
Und natürlich hast du vom Mietspiegel auszugehen, weil dir nur eine gewisse qm Zahl und Miethöhe genehmigt wird. Den Rest zahlst du entweder selbst drauf (wenn du nen netten Sachbearbeiter hast) oder du musst eben ins Ghetto ziehen, wo die Mieten meist niedriger sind.
Und mit jeder weiteren Stufe der Arbeitslosigkeit verlierst du mehr Selbstwertgefühl. Und wenn du aus eigener Kraft nichts ändern kannst, dann ist der soziale Abstieg an dem Punkt perfekt.
Ich hab irgendwo gelesen, dass von allen H4 Empfängern die Quote derer, die es ausnutzen im Sinne von “keinen Bock auf Arbeit” zwischen 2 und 3 Prozent liegt. Der Rest wird einfach mal mitkriminalisiert und ihm vorgeworfen, er sei zu faul.
Jetzt gerade wo das Gespräch über die Demagogie der Politik bezügl. der Internetsperren im Gange ist, sage ich euch, dass ihr alle der Demagogie der bösen, faulen Arbeitslosen aufgesessen seid. Und zwar so, dass sich Leute schämen, wenn sie arbeitslos sind, auch wenn sie nichts dafür können, weil in der Gesellschaft für sie kein Platz ist.
Wie erklärst du dann, das Unternehmen keine Arbeitsplätze besetzt bekommen, wenn Sie welche anbieten?
Nicht mal nach 30 Bewerbern von Arbeitsamt?
Ich will ja gar nichts gegen Leute sagen, die Körperlich nicht in der Lage sind zu arbeiten, oder seelisch.
Aber es muss auch klar sein, dass es niemals ein komplett gerechtes System geben wird.
Jeder ist seines glückes Schmied, und wenn es einem schlecht geht, dass muss man etwas dagegen tuen und sich nicht selbst belügen und sagen, dass es die Möglichkeit zu sowas ja gar nicht erst gibt.
Da ist eine Amerikanische Menstalität schon was schönes.
@Ricarda: Ich will damit auch nicht pauschal Arbeitslose wie deinen Vater angreifen. Meinem Vater könnte ziemlich plötzlich in eben diese Situation kommen, trotzdem hätte ich dann die gleiche Meinung.
Es bleibt trotzdem eine Interessante Frage, ob es genügend Jobs gibt oder nicht.
Aus meiner Erfahrung herraus tut es das…. aus deiner nicht. Wir beide kennen aber nur einen winzig kleinen Teil des Arbeitsmarktes.
@geby: es gibt sie nicht. und warum unternehmen ihre jobs nicht besetzt bekommen? keine ahnung. aber ich habe da ideen zu: sie verlangen zu viel arbeit für zu wenig geld? sie wollen gut qualifiziertes personal ohne dafür zu entsprechend zu zahlen?
sieht man sich so manche löhne an, die unter 5€ die stunde liegen, dann halte ich das nicht für unwahrscheinlich.
und so wie es dem unternehmen obliegt, wen es einstellt, so obliegt es dem bewerber, ob er zu diesen konditionen arbeiten will.
warum verbessern die unternehmen nicht ihre angebote, wenn sie niemanden finden?
[/ironie]immer dieses gejammer…sie sind faul und geizig. wollen immer mehr und mehr und nichts dafür geben..[/ironie aus]
letztendlich wäre das doch nur marktkonsequent. und ich kenne keinen grund, der dagegen spricht das angebot an die bewerber zu verbessern
@Marc: Es gibt Sie! Nur wenn du sie nicht kennst, heißt dasn icht warum es Sie nicht geben kann, ansonsten nenn mir bitte einen Grund, warum du dir sicher sein kannt, dass es sie nicht gibt!
Und wer für Löhne unter 5€ arbeitet, lässt sich ausnutzen, das würde auch ich nie machen und keinem empfehlen.
Und nur, weil ich jemanden besser bezahle macht der nicht automatisch bessere Arbeit.
Die Behauptung, dass die Unternehmen, wenn Sie niemanden zum einstellen finden, selber dran Schuld sind, weil Sie zu wenig bezahlen kann ich auch nur zurückweisen. Das kenne ich anders.
Meistens finden diese Unternehmen dann durch Zufall oder Beziehungen jemanden, der den Job machen will und kann.
An Geld scheitert das selten. Über Geld kann man ja auch reden…. nur wenn man einfach geht, ohne Brgründung, oder mit fadenscheinigen Begründungen, dann ist demjenigen auch nicht mehr zu helfen.
@geby also hier muss ich nochmal auf meinen ehemaligen Arbeitgeber verweisen. In den 3 Jahren die ich dort gearbeitet habe wurden 2000! neue Mitarbeiter eingestellt und immer händeringend neue gesucht. Was man der Firma auf jeden Fall lassen musste. Die haben generell erstmal jeden zum Vorstellungsgespräch eingeladen, Fliesenleger, Maurer, Floristen etc… Wer sich halbwegs eignete, wurde auch eingestellt.
980€ für 40 Stunden Call-Center Arbeit sind ganz schön wenig. Ständig werden Engagement, Motivation und Qualität verlangt und auch kontrolliert (ich war einer von den Kontrollettis). Ständig bekommt man auf die Fresse, weil man mal versehentlich nicht 3x den Namen nennt.
Kurz bevor ich gegangen bin, wurden dann auch noch die Schichtzuschläge um 70% gekürzt:
http://blog.gilly.ws/2008/04/02/den-guertel-enger-schnallen
http://blog.gilly.ws/2008/04/04/die-misere-mit-den-schichtzuschlaegen
http://blog.gilly.ws/2008/04/05/schichtzuschlaege-runde-3
Mitlerweile muss man auch für den Kaffee bezahlen… Die Arbeitsbedingungen sind wirklich Scheiße gewesen für die Call-Center-Agents. Viele waren wirklich unglücklich und deswegen auch häufig krank.
Oh ja, Callcenter nutzen vielfältig Menschen, die nicht in der Lage sind sich gegen Obrigkeit zur Wehr zu setzen aus.
Wäre für mich auch nur für Notfälle und kurze Zeit eine Alternative.
Da würde ein Mindestlohn zum Beispiel Leid mindern!
Aber das ist nunmal auch eine Schattenseite des Kapitalismus…. ausnutzen der schwachen. Der Markt ist knallhart, und wenn der Staat nicht den Markt zivilisieren und sozial machen würde, dann würden sich die Märkte und die Menschen selbst zerstören.
Desshalb haben wir ja auch die SOZIALE Marktwirtschaft, welche die Schattenseiten des Kapitalismus mildern soll.
Natürlich ist das ein Tanz auf des Messers Schneide. Man darf auch nicht zu viel regulieren, damit der Markt nicht seine dynamik und seine Vorteile verliert.
@geby: ich meinte die jobs. ;-)
das es immer gesellschaftliche aussteiger gibt, ist klar. und ebenso diejenigen, die sich auf dem rücken der anderen ein schönes leben machen wollen. aber dieser anteil ist verschwindend gering. ricarda hat von 2-3% gesprochen, ich meine sogar mal nen wert von 2-3 promille gelesen zu haben.
wo die ausnutzung beginnt, das ist doch eine frage der persönlichen einschätzung. in bestimmten berufen würden leute für wenig geld, in unsicheren positionen oder sogar teilweise ohne bezahlung oder anstellung arbeiten. ich kenne diese jobs und ich kenne diese leute.
und du schreibst selbst, dass du es nicht tun würdest. gleichzeitig forderst du es von den anderen ein. ich denke, dass ricarda nicht ganz unrecht hat, dass man hier einem medienhype aufsitzt. sehr zu empfehlen ist übrigens dazu das buch: “die neuen spiesser” von christian rickens. amüsant geschrieben und sehr lehrreich, eben was diese ideologien angeht.
die macht ist auf dem markt ungleich verteilt. derjenige, der als “unternehmer seiner selbst” seine arbeitskraft feilbietet, der hat leider keine macht auf dem markt. diese würde er mit einer grundsicherung auf einem hohen niveau aber bekommen. das ganze könnte die märkte neu beleben und vor allen dingen wieder zügeln. dann wären auch weniger staatliche eingriffe notwendig.
wie bereits gesagt, wenn du mal lust hast, dann lies mal einiges zum grundeinkommen, dessen finanzierung, konsequenzen und grundlagen. es ist wirklich spannend und man sollte intensiver reinschauen, um sich eine meinung zu bilden. vieles geht in schnellen und kurzen infos und diskussionen leider unter
Ja, vieles geht unter, das stimmt. Es ist halt oft einfach nicht so einfach.
Zur klarstellung: Ich dorfere NICHTS von anderen, was ich nicht selbst tuen würde.
oha, du hast recht. die forderungen waren nicht von dir. ich habe dich unzulässigerweise einfach als zu diesen zustimmend gezählt, sorry.
Ich bins nochmal
Danke für den guten link von http://www.grundeinkommen.de
dort gabs einen noch besseren Link.
Und Zwar ein “Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen”
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_4342/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Wissenschaftlicher__Beirat/Gutachten__und__Stellungnahmen/Ausgewaehlte__Texte/001__a__gutachten__existenzsicherung__erwerbsanreiz,templateId=raw,property=publicationFile.pdf
Es gibt dort mehrere Stellen die mir zum Thema Grundeinkommen gefallen haben.
1.: ” Insgesamt ist Bürgergeldkonzepten gemein, dass sie sehr freundlich gegenüber allen sind, die Transfers beanspruchen wollen. Es setzt nahezu einseitig auf eine „Belohnung“ des Arbeitswilligen und verzichtet völlig auf eine „Bestrafung“ des Arbeitsunwilligen. Es ist zu befürchten, dass die Welt nicht ganz so heil ist”(Seite 33)
2.:”Die bürgerfreundliche Gewähr des Bürgergeldes könnte viele Bürger dazu verleiten, sich mit dem Empfang der finanzamtlichen Überweisung zu begnügen und auf den Erwerb von – offiziellem – Einkommen zu verzichten.”(Seite 33)
Alle anderen Gründe auf der Seite sind auch einleuchtend
Interessant fand ich auch die Einschätzung über das Thema :Wer arbeiten kann und Arbeitslosengeld empfängt soll der Gesellschaft etwas zurückgeben (in diesem Fall gemeinnützige Arbeit)
“Die Auswertung derartiger Modellversuche ergab, dass nur rund ein Fünftel der ursprünglich arbeitslos Gemeldeten in derartige Bürgerarbeit gingen. Einige der Betroffenen fanden selbst eine Beschäftigung, andere lehnten die Bürgerarbeit ab, obwohl sie dadurch ihre Ansprüche auf ALG II einbüßten.19 Die Abmeldungen vom Arbeitslosengeldbezug erbringen Kostenersparnisse, die zur Finanzierung der Bürgerarbeit ausreichen.”
Also ging es 4/5teln der Leute so gut das sie kein ALG II brauchten oder “plötzlich” einen Job gefunden haben.
Auch lesenswert zu diesem Thema fand ich :
“Nach Einschätzung des IZA ist der Anreiz so hoch, dass für diesen Zweck bereits die Schaffung von rund 500.000 solcher öffentlicher Arbeitsgelegenheiten genügt, um am Ende 1,42 Millionen vollzeitäquivalente Beschäftigungsverhältnisse hervorzubringen.”
Zur Information. Die Verfasser haben vorher die genauen Regeln für diese Arbeit Festgelegt und beschränken sich auf eine Arbeitszeit von 30h die Woche.
Ich glaube auch das die Leute die sich damit beschäftigt haben sehr viel Ahnung von der Materie haben (Liste der Mitarbeiter steht am Ende des PDFs).
Was ich sehr schön finde ist das dass Gutachten für jedermann verständlich ist und Vor und Nachteile mehrerer Arbeitsmarktreformen aufzeigt. Von der Unmöglichen Finanzierbarkeit des Grundeinkommens bis zu Verfassungsrechtlichen Bedenken gegen Bürgerarbeit.
Ein sehr schönes Dokument das sich jeder mal mit Sinn und Verstand durchlesen sollte.
Gruß
NKB
@nkb: ebenfalls aus dem gutachten:
“Das Bürgergeld – oder bedingungslose Grundeinkommen – ist der falsche Weg. Wenn der Staat ohne strikte Bedürftigkeitsprüfung Bürgergeld gewährt, dürfte es nicht wenige geben, die sich damit zufrieden geben und ihren Lebensstandard allenfalls durch gelegentliche Schwarzarbeit aufbessern. Bei alledem ist es nicht überraschend, dass die Kosten bis auf über 200 Mrd. € jährlich veranschlagt werden. Diese Belastung ist fiskalisch nicht zu bewältigen. Im Ergebnis erlaubt ein bedingungsloses Grundeinkommen ein Leben auf Kosten anderer. Der Empfänger solcher Sozialtransfers wird in keiner Weise dazu angehalten, zunächst für sich selbst zu sorgen und einen Beitrag für die Gesellschaft im Gegenzug für erhaltene Zahlungen zu leisten. Diese für die Nachhaltigkeit von Sozialsystemen so wichtigen Gedanken der Subsidiarität und des Gebens und Nehmens werden zugunsten eines unbedingten Nehmens aufgegeben. Dadurch werden die Grundlagen des Sozialsystems erschüttert.” (S. 4f)
Dazu folgendes: Hier wird einseitig auf Erwerbsarbeit geblickt. Andere Arbeiten werden überhaupt nicht in ihrer gesellschaftlichen Relevanz berücksichtigt (Kinderbetreuung in der Familie, Altenpflege durch Familienangehörige u.v.m. )
“Für ein derartiges Workfare-Modell spricht nicht zuletzt, dass von ihm anders als von anderen Formen der Existenzsicherung keine oder doch nur geringe Anreize für die Immigration von ausländischen Arbeitslosen ausgehen.” (S. 5)
Zugleich wird Deutschland als Zuwanderungsland definiert.
„Deutschland ist auf Einwanderer aus dem Ausland angewiesen, weil die eigene Bevölkerung älter wird und schrumpft. Nach einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes wird die Bevölkerungszahl – selbst bei einem jährlichen Wanderungsgewinn
von 200.000 Personen – von heute 82,5 auf 75 Millionen im Jahr 2050 sinken (Bevölkerung Deutschlands bis 2050. Ergebnisse der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung).
Niedrige Geburtenzahlen (1,4 Kinder pro Frau) und eine steigende Lebenserwartung führen dazu, dass der Anteil junger Menschen sinkt, das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen steigt und der Anteil älterer Menschen deutlich größer wird. Der Altenquotient beträgt heute knapp 28, d.h. auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (20 bis 64 Jahre) entfallen 28 ältere Menschen. Bei einer jährlichen Nettozuwanderung
von 300.000 Ausländern würde er auf 51 im Jahr 2050 ansteigen. Kämen jährlich „nur“ 100.000 Einwanderer nach Deutschland wäre der Anstieg noch deutlicher: 100 Menschen mittleren Alters würden dann 59 Ältere gegenüberstehen. Selbst eine große Zahl von Einwanderern kann die Alterung der Bevölkerung also nicht verhindern, aber immerhin dazu beitragen, dass sie langsamer voranschreitet.
Um die Alterung gänzlich zu stoppen, müssten nach Berechnungen der UN-Bevölkerungsabteilung bis zum Jahr 2050 188 Millionen Menschen nach Deutschland zuwandern (UN [Hrsg.]: Replacement Migration. New York, 2000. S. 29).“ (http://www.bpb.de/files/46NSNJ.pdf, S. 5)
Also warum ausländische Arbeitslose nicht immigrieren lassen?
„Auch das Modell eines Bürgergelds enthält in bestimmten jüngeren Fassungen den Verzicht auf Sozialabgaben. Stattdessen sollen aber die Unternehmen eine Lohnsummensteuer zahlen, was – entsprechende Sätze vorausgesetzt – unterm Strich auf das Gleiche hinausläuft, da es die Arbeitskosten nicht ändert. Allein optisch mag sich der Arbeitnehmer entlastet fühlen. Das ist freilich das Gegenteil dessen, was der Beirat und andere der größeren Transparenz wegen seit Jahren fordern, nämlich eine volle Auszahlung der Arbeitgeberbeiträge an den Arbeitnehmer und dessen alleinige Verpflichtung zur Zahlung der Sozialabgaben. „ (S. 32)
Das stimmt so nicht. Hier liegt der Fehler darin, dass ich als Arbeitgeber von vorneherein weniger Geld zahle. Beispiel: Eine Krankenschwester, die im jetzigen System 1200€ netto verdient, kostet den Arbeitgeber ca. 2400€ (pi mal Daumen)
Nehmen wir mal an, dass das Grundeinkommen 1000€ beträgt. So fehlen ihr nur noch 200€ zu ihrem alten Verdienst (netto). Würden die Sozialabgaben vom Arbeitnehmer geleistet, und dass in Höhe von 1200 € (um dieselbe Summe wie vorher zu haben). Die Krankenschwester kostet mit dem selben Verdienst nur noch 1400 € für den Arbeitgeber. Also eine Ersparnis von 1000€. Selbst bei einer Gehaltserhöhung von 200€ (netto) wären es immer noch 800€ Ersparnis PRO BESCHÄFTIGTE!!!!
„
Die bürgerfreundliche Gewähr des Bürgergeldes könnte viele Bürger dazu verleiten, sich mit dem Empfang der finanzamtlichen Überweisung zu begnügen und auf den Erwerb von – offiziellem – Einkommen zu verzichten. Sie lebten damit ohne Not auf Kosten anderer. Dies würde die Solidarität innerhalb der Gesellschaft in den Grundfesten erschüttern. „ (S. 33)
Davon würde ich nicht ausgehen. Daher existieren eben auch ganz andere Finanzierungskonzepte für Grundeinkommen. Diese würden Solidarität auch ohne Erwerbsarbeit sichern. Übrigens steckt in dieser Idee schon drin, dass derjenige, der keiner Erwerbsarbeit nachgeht, sich unsolidarisch verhält und keinen Beitrag für die Gesellschaft leistet.
So, nun noch mal explizit zu deinen Argumenten:
>1.: ” Insgesamt ist Bürgergeldkonzepten gemein, dass sie sehr freundlich gegenüber allen sind, >die Transfers beanspruchen wollen. Es setzt nahezu einseitig auf eine „Belohnung“ des >Arbeitswilligen und verzichtet völlig auf eine „Bestrafung“ des Arbeitsunwilligen. Es ist zu >befürchten, dass die Welt nicht ganz so heil ist”(Seite 33)
Zu befürchten vielleicht….aber sicher nicht. Wenn diese Welt so wäre, wie es hier angedeutet wird, warum arbeiten dann Manager, Sportler..etc…all diejenigen, die Milliarden verdient haben, immer noch?
>2.:”Die bürgerfreundliche Gewähr des Bürgergeldes könnte viele Bürger dazu verleiten, sich mit >dem Empfang der finanzamtlichen Überweisung zu begnügen und auf den Erwerb von – >offiziellem – Einkommen zu verzichten.”(Seite 33)
s.o.
>Interessant fand ich auch die Einschätzung über das Thema :Wer arbeiten kann und >Arbeitslosengeld empfängt soll der Gesellschaft etwas zurückgeben (in diesem Fall gemeinnützige >Arbeit)
Kann man ja. Aber man kann sich auch politisch engagieren und unsere Demokratie nach vorne bringen. Warum ist das weniger wert? Und warum ist auf Eigeninitiative aufbauende gemeinnützige Arbeit weniger Wert, als die vom Amt vorgegebene?
>“Die Auswertung derartiger Modellversuche ergab, dass nur rund ein Fünftel der ursprünglich >arbeitslos Gemeldeten in derartige Bürgerarbeit gingen. Einige der Betroffenen fanden selbst eine >Beschäftigung, andere lehnten die Bürgerarbeit ab, obwohl sie dadurch ihre Ansprüche auf ALG II >einbüßten. Die Abmeldungen vom Arbeitslosengeldbezug erbringen Kostenersparnisse, die zur >Finanzierung der Bürgerarbeit ausreichen.”
Also ging es 4/5teln der Leute so gut das sie kein ALG II brauchten oder “plötzlich” einen Job gefunden haben.
>Ich kenne die Auswertungen nicht, aber kann es nicht auch so sein, dass diese 4/5 sich nicht >zwingen lassen wollten. Wie haben Sie sich alternativ versorgt? Das wäre eine spannende Frage. >Abgesehen davon steckt eben in diesen Arbeitskonzepten keine Wertschätzung für das, was diese >Leute leisten (auch nicht für das, was sie als „Bürgerarbeit“ leisten.
Ich kenne die Auswertungen nicht, aber kann es nicht auch so sein, dass diese 4/5 sich nicht zwingen lassen wollten. Wie haben Sie sich alternativ versorgt? Das wäre eine spannende Frage. Abgesehen davon steckt eben in diesen Arbeitskonzepten keine Wertschätzung für das, was diese Leute leisten (auch nicht für das, was sie als „Bürgerarbeit“ leisten.
>Auch lesenswert zu diesem Thema fand ich :
>“Nach Einschätzung des IZA ist der Anreiz so hoch, dass für diesen Zweck bereits die Schaffung >von rund 500.000 solcher öffentlicher Arbeitsgelegenheiten genügt, um am Ende 1,42 Millionen >vollzeitäquivalente Beschäftigungsverhältnisse hervorzubringen.”
Zur Information. Die Verfasser haben vorher die genauen Regeln für diese Arbeit Festgelegt und beschränken sich auf eine Arbeitszeit von 30h die Woche.
Nunja, da fehlt leider der Teil vorher, den hast du weg gelassen:
„Einer effizienten Platzierung der Arbeitslosen mit Hilfe von Leiharbeitsfirmen sind dennoch Grenzen gesetzt, wenn dadurch keine reguläre Beschäftigung verdrängt werden soll. Letztlich wäre der Erfolg öffentlicher Arbeitsgelegenheiten am größten, wenn sie faktisch nicht gebraucht würden, sondern allein durch den mit ihrer bloßen Existenz auf die Arbeitslosen ausgeübten Druck deren Bemühungen um einen regulären Arbeitsplatz stimulierten. „
Es geht darum mit Druck die Menschen zu nötigen sich einen Job zu suchen. Bei Leiharbeitsfirmen, im Niedriglohnsektor. Auch hier ist wenig bis keine Anerkennung enthalten.
Es liegen in diesem Dokument einfach Fehler in der Rezeption der Modelle und es ist eine ganz klarer ideologische Orientierung der Verfasser erkennbar.
Es gibt ebenso viele Gutachten, die sich mit dem Grundeinkommen anders auseinandersetzen und deren Verfasser nicht weniger Ahnung haben.
Abgesehen davon, gibt es außerdem genügend Kritik an den workfare-Programmen und repressiven Maßnahmen zur Arbeitsaufnahme.
Ich empfehle wirklich noch einmal in „Kritik der ökonomischen Vernunft“ von Gorz zu lesen und vielleicht weitere Gutachten und Einschätzungen zu einem Grundeinkommen.
Was übrigens schon völlig daneben geht in diesem Gutachten, ist die Annahme, dass es neben einem Grundeinkommen weitere Sozialleistungen gäbe oder man sich darum bemühen müsste, diese Einkommen zu bekommen.
Es bekommt JEDER!! Bedingungslos. Also auch die Manager, die Milliarden verdienen erhalten diese Grundeinkommen.
zu dem unterschiedlichen empfinden und der unterschiedlichen bedeutung von armut hat eldoradio übrigens einen beitrag erstellt.
Vielleicht ganz interessant für die Frage, warum man sich als Student nicht arm fühlt:
http://www.eldoradio.de/podcast/item.php?idx=1665&sel=all
@ Marc
Sorry aber das is ja wohl ne Milichmädchenrechnung
”
Das stimmt so nicht. Hier liegt der Fehler darin, dass ich als Arbeitgeber von vorneherein weniger Geld zahle. Beispiel: Eine Krankenschwester, die im jetzigen System 1200€ netto verdient, kostet den Arbeitgeber ca. 2400€ (pi mal Daumen)
Nehmen wir mal an, dass das Grundeinkommen 1000€ beträgt. So fehlen ihr nur noch 200€ zu ihrem alten Verdienst (netto). Würden die Sozialabgaben vom Arbeitnehmer geleistet, und dass in Höhe von 1200 € (um dieselbe Summe wie vorher zu haben). Die Krankenschwester kostet mit dem selben Verdienst nur noch 1400 € für den Arbeitgeber. Also eine Ersparnis von 1000€. Selbst bei einer Gehaltserhöhung von 200€ (netto) wären es immer noch 800€ Ersparnis PRO BESCHÄFTIGTE!!!!
”
Is Ja fantastisch!!
Alle zahlen weniger!!
Alle?
Deine Rechnung
Krankenschwester von heute zahlt dem Staat ca 1200€ Lohnsteuer etc.(deine Rechnung)
Grundeinkommen:
Die Krankenschwester bekommt 1000€!! Der Arbeitgeber zahlt trotzdem noch 1200€ Sozialabgaben.
Das heißt der Staat hat 800€ weniger Einnahmen ! PRO ARBEITNEHMER!!!
Wenn du mir erläuterst wie der Staat auf diese 800€ verzichten kann, wobei das Geld ja jetzt schon nicht reicht, dann können wir weiter reden.
Gruß
NKB
@nkb: moment, deiner rechnung kann ich nicht folgen. die lohnsteuer ist doch schon weg. also die staatseinnahmen sind bereits in der selben höhe geleistet, wie vorher.
aber es ist richtig, es ist eine milchmädchenrechnung.
es gibt aber z.b. die nette alternative einer finanzierung über die mehrwertsteuer. bei gleichzeitigem wegfall aller weiteren steuern.
und dieses modell funktioniert auch rechnerisch.
die mwst. würde dann bei ca. 50% liegen und damit alle entfallenen steuern auffangen.
und das ohne preissteigerung der produkte. vermutlich steigen sogar die einnahmen des staates, da die mehrwertsteuer von allen zu zahlen ist. ohne ausnahme.
Hallo Marc
Dies wird mein letzter Kommentar sein.
Ja die Staatseinnahmen sind gleich aber die Ausgaben sind gestiegen.
Über die vor und vor allen Nachteile einer mwst Erhöhung möchte ich hier auch nicht diskutieren.
Alleine das die effektive Kaufkraft deines Geldes sinkt und du von 100€ nur noch 73€ hast lass ich auch mal außen vor.
Ich persönlich würde wenn dieses Konzept durchgesetzt wird in DE gemeldet bleiben und nach z.B. Holland ziehen. Ich würde jeden Monat 1000€ bekommen die in Holland noch was wert währen.
Ich würde dir ganz dringend empfehlen ein Paar Vorlesungen in Volkswirtschaft zu hören. Da Berlin ja ne Uni hat und alle Vorlesungen öffentlich sind is das ja eigentlich kein Problem.
Hier noch ein Paar kleine Denkanstöße.
Arbeit wird unbezahlbar. Bsp. Arbeitgeber sucht Arbeitnehmer für 40 h im Monat. bei einem super günstigen Stundenlohn für 10 €. Hast du dir mal ausgerechnet was der Arbeitgeber effektiv für nen Stundenlohn zahlt? Nich ?
1000€ Sozialabgaben generell
400€ Sozialabgeben für den Verdienst.
400€ Lohn
das sind 1800€ für 40h also muss der Arbeitgeber 45€ pro Stunde hinlegen!!!
Selbst wenn es funktionieren würde müsste Deutschland aus der EU austreten. Da 1. Firmen Europaweit arbeiten dürfen. Da deutsche Firmen aufgrund des effektiven Stundenlohnes aber zu teuer sind kommen alle anderen Länder zum Zuge. Das ist ein Außenhandelsdefizit das sich selbst Deutschland nicht leisten kann.
Also Austritt aus der EU.
Schwarzarbeit würde blühen.
Momentan “spart” man als Arbeitgeber ca 50% wenn man jemanden schwarz beschäftigt
bei der Rechnung oben sind das über 75%.
Ich hoffe ich habe dir klar gemacht das jeder deiner Vorschläge theoretisch machbar ist aber so viele und schwerwiegende Folgen hat das es Praktisch unmöglich ist.
Ich hoffe das du dir noch einmal richtig Gedanken über das Thema machst und zu jedem! Vorschlag der gemacht wir 5 Positive und 5 Negative aspekte aufschreibst.
MFG und viel Erfolg bei der Linken
NKB
:-D
Oberlehrer NKB!
Aber wo er Recht hat, hat er nunmal Recht.
Hab auch nichts hinzuzufügen.
@nkb:
ok, soweit ich deine beispiele und die argumentation nachvollziehe, war wohl einfach auch mein beispiel nicht besonders gut gewählt. sehe ich nun auch so.
um also von den beispielen weg zu kommen, werde ich es auch nicht weiter erläutern, sondern verweise nur einmal auf die oben genannten quellen, wo sich einiges dazu finden lässt.
zwischendrin wäre es sich nett, sich auch mal einige vorlesungen in vwl anzuhören, aber dazu ist mir berlin zu weit. ;-)
allerdings sind wohl “ein paar vorlesungen” bei weitem nicht dass, was nötig ist, sondern eher eine menge vorlesungen….und vor allen dingen grundlegende.
man darf eines nicht ausser acht lassen, das ganze ist eine idee. und diese hat sicherlich aufzeigbare probleme…aber die hat das derzeitige system auch.
letztendlich sollten jedoch vorher noch einige andere fragen zu klären sein. welchem ideal der unterschiedlichen gerechtigkeitsideale wollen wir folgen? chancengerechtigkeit, chancengleichheit, verteilungsgerechtigkeit, verteilungsgleichheit…??
>Ich hoffe ich habe dir klar gemacht das jeder deiner >Vorschläge theoretisch machbar ist aber so viele und >schwerwiegende Folgen hat das es Praktisch unmöglich ist.
Nein, das ist dir leider nicht gelungen ;-) Der Idee werde ich weiter anhängen.
Ich persönlich erfreue mich an dem Gedanken, dass wir irgendwann nicht mehr viele Menschen in Erwerbsarbeit haben, sondern möglichst viele Menschen ein erfülltes Leben leben können. Ohne lohnabhängig arbeiten zu müssen.
>Ich hoffe das du dir noch einmal richtig Gedanken über >das Thema machst und zu jedem! Vorschlag der gemacht wir >5 Positive und 5 Negative aspekte aufschreibst.
Oh, das habe ich. Immer mal wieder. Ich habe wesentlich intensivere Auseinandersetzungen darüber geführt und mich wesentlich intensiver damit auseinandergesetzt, als es hier den Anschein haben mag. Leider geht dabei ja vieles in zu kurzen Blogkommentaren unter.
>MFG und viel Erfolg bei der Linken
Gruß zurück, aber was soll ich bei den Linken? (Ich nehme mal an, dass du die Partei meinst….) Mit solchen Modellen kann man bekanntlich Parteiübergreifend landen. ;-)
Nichtsdestotrotz, war es eine nette, anregende Diskussion. Vielleicht ergibt sich ja mal wieder eine Gelegenheit. ;-)
Die Qualität der Diskussion lässt sehr zu wünschen übrig. Ich kann nur sagen, das der Schreiber dieses Blogeintrages nur seiner unreflektierten Wut Ausdruck verleiht. In der Diskussion um Armut wird z. B. zwischen relativer und absoluter Armut unterschieden, diesen Unterschied kennt der Verfasser nicht. Die Motivation für das Schreiben dieses Artikels spottet jeder Beschreibung, der Verfasser kommt nicht damit klar das er als arm benannt wird. Unglaublich wie fern sich Menschen von jeglicher Realität aufhalten können. Hallo … aufwachen – du bist hier in Deutschland – es gibt hier 700.000 Millionäre, mit Immobilienbesitz 1.500.000! Der durchschnittliche Deutsche hat etwas unter 100.000 € auf dem Konto … da kannst du dir mal ausrechnen wo du stehst. Das heisst relative Armut – du kannst dich gerne weiter belügen, aber bitte nicht mehr vor allen im Internet – das ist peinlich.
Schade, dass du nicht erkennst, dass dies hier ein Weblog ist, auf dem die eigene Meinung das höchste Gut ist.
Ich kenne den Unterschied zwischen relativer und absoluter Armut sehr wohl!
Und ja, ich habe mich darüber aufgeregt, dass ich als Arm bezeichnet werde.
Und ich rege mich über diese Definition der EU von Arm auf.
Ob relativ oder nicht. Ich fühle mich auch nicht relativ arm.
Und wenn leute sagen, mit gehts so schlecht ich bin arm, weil so viele andere sind Millionäre und ich nicht, dann ist das ja auch nur Neid und nichts anderes.
Um nochmal zur EU Definition zu kommen.
“Als Arm gilt der, der weniger als 60% des Durschschnittseinkommens hat”
Mit dieser Definition kommt ja die Tatsache daher, dann ein Land oder Volk die Armut NIE NIE NIE NIE überwinden kann.
Das Einkommen ist immer unggleich verteilt, ob wir es wollen oder nicht. War es schon immer und das wirds auch bleiben. Mehr oder weniger.
Entscheident ist doch ledigleich das Durchschnittseinkommen.
Ich habe lieber 50% von 1000€ als 200% von 150€ :-D
Ich bin lieber in Deutschland arm, als in Uganda reich.