Rentenerkenntnis bei Anne Will
Gestern ging es bei Anne Will um die Rente.
Ich muss dazu sagen, dass ich von den Details des Rentensystem kaum Kentnisse habe, desshalb sind die folgenden Theorien auch mit Vorsicht zu genießen.
Meine These:
“Man sollte versuchen im Leben so wenig wie möglich in die Rentenkasse einzuzahlen.”
Wie komme dazu das zu behaupten? Ganz einfach. Ich gehe davon aus, dass selbst wenn ich einen guten Job haben würde und ordentlich einzahlen könnte, dass ich dann in 40 Jahren niemals auf wesentlich mehr als den Betrag der Grundsicherung oder HarzIV kommen würde.
Das ist in meinen Augen nicht unrealistisch. Im Jahr 2040 sind wir sicherlich bei 50% (oder mehr) Rentner und 25% (oder weniger) Erwerbstätige.
Wenn ich jetzt also in Rente gehe und mein Leben lang NIE in die Rentenkasse eingezahlt hätte, dann würde ich eine Art Grundsicherung bekommen, die in etwa genau so hoch wäre wie eine Rente, die ich mir durch Einzahlungen verdient hätte.
Wenn ich z.b rechne, dass ich 40 Jahre lang jeweils 2500€ / Jahr einzahlen würde, wären das insgesamt 100.000 €.
Ob ich die nun einzahle oder nicht, ändert nichts an dem was ich im Alter herrausbekomme.
Fazit: Ich sollte versuchen mein Leben so zu gestalten, dass ich möglichst wenig in die Rentenkasse einzahlen muss. Sprich: Selbstständig werden, oder so ;-)
Dann hätte ich während meinen Arbeitsjahren 100.000 € mehr.
So und nun zerreist mich in den Kommentaren und zeigt mir meinen Denkfehler.





Ja und Nein! Was die Rente angeht, hast du natürlich Recht. Wenn du die 100.000 EUR privat anlegst, wirst du definitiv mehr davon haben als über die gesetzliche Rentenversicherung.
Aus Sicht der Rente gibt es m.E. auch keinen Nachteil, solange du immer gut Geld verdienst und privat vorsorgen kannst. Wenn das mal nicht der Fall sein sollte und du mal ohne Aufträge da stehst, deinen Laden zu machen musst, länger im Urlaub oder krank bist, erhälst du nach dem Aufbrauch deiner privaten Geldreserven kein ALG I sondern Harz IV.
So schauts aus. Natürlich gibts noch andere Vor- und Nachteile, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden was er will. Ich seh das prinzipiell so: Wenn ich nicht eine wahnsinnig geniale Geschäftsidee habe, von der ich ausgehe das ich mit der mal richtig viel (und ich meine RICHTIG VIEL) Geld verdiene, dann bin ich lieber Angestellter, einfach weil ich weiß was ich am Monatsanfang auf mein Konto kommt und ich damit kalkulieren kann. Ist m.E. eben sicherer.
Die Grundthese war ja, dass ich selbst wenn ich 40 Jahre ununterbrochen bei einem guten Einkommen einzahle 2040 nur soviel Rente herrausbekomme wie dann zu dem Zeitpunkt der HarzIV Satz ist.
Vorsorgen muss man in jedem Fall. Durch die Einzahlung in die gesetzliche Rente bekommt man zumindest schonmal ein Grundgeld, außerdem ist die Einzahlung sozial und soldarisch zu betrachten. Wer mehr verdient, gibt auch mehr und hilft damit allen, die weniger verdienen und weniger geben können. Natürlich bekommt man am Ende monatlich sicherlich keine Höchstzahlungen zurück, aber die Sache ist doch, dass man zum einen private Zusatzvorsorgen treffen kann und zum anderen auch dann noch Geld zurückfliesst, wenn man 120 wird. Wenn Du einfach 100.000 auf die hohe Kante legst und so verzinst, sind die evtl. schon wieder aufgebraucht, bevor Du irgendwann das Zeitliche segnest.
Ja, das ist alles klar un Eindeutig, aber das habe ich mit meiner Argumentation ja garn icht gemeint.
Sozial, wäre es nicht, wenn man verucht nicht einzuzahlen.
Und gekoppelte Private Vorsorge meine ich auch nicht, da diese ja wieder meine Argumentation zerstören würde.
Hätte ich aus meiner Privaten Vorsorge am Ende des Lebens eine PrivateRente, die hoch genug wäre, würde man ja die nutzen müssen, statt HarzIV bekommen zu können.
Also, dass das, was du jetzt einzahlst, nicht das ist, wovon du in Zukunft deine Auszahlung bekommst, ist klar, oder? Dann wäre dein Denkfehler nämlich im Mißverstandenen Solidaritätsprinzip zu suchen.
Hmm, aber mal gucken.
Erstmal Durchschnittsrente gucken, findet man hier nen Link
http://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rente/kontostand/durchschnittsrente_aid_19622.html
Ich brauche also im Durchschnitt etwa 30000 Euro pro Jahr.
Wo sollen die 10 Jahre lang herkommen? 10 Jahre sind etwa das momentane Durchschnittsrentenalter. Können ja nur Zinsen oder Erspartes sein.
Erspartes hat den Nachteil, dass ich das Geld nach 10 Jahren aufgebraucht habe. Blöd, wenn ich älter werde.
Also Zinsen. Da sind etwa 5% drin, dann brauch ich ne Kapitaleinlage von min 600k, damit da 30k abfallen. Die verdien erstmal mit der Ersparnis.
Ich frage mich, wenn sich das alle ersparen: was passiert, wenn in 40 Jahren tatsächlich jeder Rentner im Durchschnitt 600k auf der hohen Kante hat. Das Geld fehlt ja vermutlich irgendwo während der Zeit vorher im Konsum.
Also, 600k kann man verdienen – aber nicht im Durchschnitt. Das ist ja die letzten 40 Jahre auch nicht passiert.
Für den einzelnen vielleicht machbar, aber für die Gemeinschaft ist das Solidaritätsprinzip wesentlich besser.
Hier noch ein Link zu einem aktuellen Artikel aus der Süddeutschen
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/76/472599/text/5/