Warum nehmen die “Alte-Leute-Parteien” die Jugend nicht ernst?
Das ist eine Frage die ich mir stelle. Die Welt verändert sich. Das hat sie immer getan und das ist auch gut so.
Heute bestimmen die modernen Kommunikationsformen unser Leben. Sowohl im Wirtschaftlichen, wie in den Medien, als auch im Privaten. Das Internet ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens geworden und das wird es auch bleiben.
Die etablierten Parteien scheinen diese Entwicklung jedoch ignorieren zu wollen. Aus dem Grund, dass Sie einfach nicht verstehen was da passiert. Jemand der nicht weiß, was ein Browser ist darf einfach nicht über die Zukunft des Internets entscheiden.
Dazu möchste ich nocheinmal folgendes Video einbinden. Ich hatte schoneinmal darüber gebloggt. Aber es passt hier einfach hin.
Die angebliche Politikverdrossenheit der jungen Bürger
Viele Jahre hören wir schon das Jammern über die angebliche Politikverdrossenheit. Speziell wird dann immer angeführt man habe die Jugend verloren. Der Jugend sei Politik egal.
Nach jeder Wahl sieht man in “Elefantenrunden” unisolo alle Parteivorsitzenden über die Wahlbeteiligung jammern. “Da müsse man jetzt mal analysieren und etwas dagegen unternehmen”. Ach was! Und? 2 Tage später ists schon wieder vergessen. Bis zur nächsten Elefantenrunde.
Solange die Politikverdrossenen gar nicht wählen, wählen Sie immerhin nicht den politischen Gegener.
Nun beginnt sich das Blatt zu wenden. Mit solchen Interviews, wie im Video oben. Mit der offenkundigen Unwissenheit über das Netz. Mit Sinnlosen und für die Freiheit und Demokratie gefährlichen Gesetzen wie Vorratsdatenscheicherung, Internetzensur hat man nun scheinbar das Fass zum überlaufen gebraucht.
Die Tatsache, dass die größte Unterschriften Sammlung, die es jemals in der Geschichte der Bundesrepublik gegeben hat, einfach so übergangen wurde zeigt doch eindeutig, dass die “Alten-Leute-Parteien” die Jugend verloren haben.
Die Jugend schreit lauthals: “Hey, wir hätten hier 5Mio Wählerstimmen. Wer möchte Sie haben? Wer will uns anhören?”
Keine Partei regt sich. Ein noch eindeutigeres Inditz, dass keine der etablierten Parteien den Ernst der Lage erkennt gibt es nicht.
Zuflucht bei den Piraten
Infolgedessen flüchen die Jungendlichen nun in scharen ins Piratenschiff. Wie Aussagekräftig soche Statistiken im StudiVZ dann am Ende bei den Bundestagswahlen aussehen wird, bleibt noch ein Geheimnis.
Für mich waren die Piraten, als ich das erste mal davon gehört habe mehr eine “einthemen Protestpartei” die nun aus dem Unmut über die Netzsperren entstanden ist. Da habe ich mich aber wohl geirrt.
Wenn ich mir vor Augen halte, aus welchen Intentionen und aus was für einer Stimung herraus die Grünen vor 20 – 30 Jahren gegründet wurden, sehe ich doch viele Paralellen. Damals sagten sich viele “Wir können doch machen was wir wollen, die Parteien werden doch eh nicht auf uns hören, wenn wir von Umweltschutz reden. Da haben die doch eh keine Ahnung von!” Wahrscheinlich hatten Sie Recht!. Hätte sich damals ein “Grüner Flügel” in SPD, CDU oder FDP gegründet, der die Interessen dieser Leute vertreten hätte, die Grünen würde es wohl heute nicht geben.
Was die Piraten aber für die breite Masse der Jugend erst wählbar macht sind nicht nur das Thema “Zukunft des Internets”. Bildung steht auch ganz oben auf der Piratenflagge.
Außerdem nehmen sich die Piraten vorerst ein Vorbild am guten Dieter Nuhr, der mal sagte: “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten!”
Solange man zu bestimmten Themen wie “Sozial-, Finanz-, Arbeitsmarkt-, Verteidigungspolitik, …” keine innerparteiliche Meinung hat möchte man sich dazu auch (noch) nicht äußern. Es herrscht die Meinung vor, dass man nur darüber Entscheidungen fordern und treffen kann vovon man etwas versteht. Genau das ist ja auch der Vorwurf an die politischen Gegner.
Trotzdem sehen sich die Piraten nicht als Protestpartei. Sie wollen mittelfristig auch eine breitere Themenauswahl bieten. Laut einer aktuellen Emnid Umfrage sagt man der Partei sogar ein Potenzial von 6% zu. Die Piraten sind regierungs- und auch koalitionswillig.
Eine Stimme wäre also keine “verschwendete” Proteststimme. Das ist für viele potenzielle Wähler natürlich extrem wichtig. Wenn man schon nur alle 4 Jahre Bundespolitik mitbestimmen kann, dann verschenkt man seine Stimme natürlich nur äußerst ungern.
In dem Sinne werden die nächsten Wochen bis zum Wahlabend interessant. Die Piratenpartei tritt in 15 von 16 Bundesländer an.
Durch die Piraten gibt es für mich nun aber leider 4 wählbare Parteien. Macht mir die Entscheidung jetzt nicht gerade einfacher ;-) Es sind ja auch noch 54 Tage bis zur Wahl ;-)
Wie berrichten die etabierten Medien über dieses “Phänomen”?
Falls euch nun interessiert, wie die “richtige” Jormalisten mit wesentlich besseren literarischen Fähigkeiten als den meinen, über GENAU das gleiche Thema berrichten, denjenigen kann ich nur diesen großartigen Artikel von SpiegelONLINE “Aufstand der Netzbürger” empfehlen.







Super Artikel. Er spiegelt genau meine Meinung. Ich darf leider noch nicht wählen. Genau drei Monate zu spät geboren. :-(
Ich finde aber, dass auch die Grünen gar nicht so weit von den Piraten weg sind. Sie haben auch einige Online Themen und es sind auch einige junge Leute Mitglied in der Partei.
Ja die Grünen und die FDP stehen und den meisten Sachen auf ähnlichen Positionen wie die Piraten.
Der Unterschied ist. Wenn die Piraten durch meine Stimme 3%, 4%, 5%, 6% (wer weiß es schon) schaffen, wäre das ein politisches Erdbeben.
Mit einem schlag würde ALLEN anderen Parteien klar werden, dass diese Themen viel viel viel wichtiger sind.
Wählt man Grün oder Gelb, dann denken die Parteien, du hättest Sie gewählt, weil dir die Wirtschaft oder die Umwelt so wichtig ist und nicht der Datenschutz und die Freiheit und die Demokratie.
Ob realistisch oder nicht. Ich würde soooo sooo gerne die Wahlsendungen sehen, wenn die Piraten 5% bekommen. Das wär extremst interessant.